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Der Weg des Stroms

Wie der Strom von Axpo in die Steckdose gelangt

Aus Wasser, Wind, Sonne oder Kernkraft wird Strom. Er fliesst durch Netze, wird transformiert und bringt am Ende über die Steckdose Radio, TV, Waschmaschine oder Kochherd zum Laufen.  Das ist der Weg des Stroms, einfach erklärt.

Sie zieren unser Landschaftsbild. Grün oder grau stehen sie auf Feldern, queren Wälder oder befinden sich angewinkelt am oberen Ende einer Bergwand. Die Strommasten. Jeder kennt sie, die meisten sehen aber durch sie hindurch, über sie hinweg oder versuchen sie ganz auszublenden. Und doch repräsentieren sie Fortschritt – ja, sogar Zivilisation. Denn sie zeigen uns an: Hier leben Menschen. Hier gibt es Licht und warmes Wasser. Kurz gesagt: Es gibt Strom.

Diesen Strom brauchen wir täglich und rund um die Uhr: Wenn wir unser Handy aufladen, zuhause kochen oder im Winter die Heizung aufdrehen. Ganz zu schweigen vom Energiebedarf der Industrieproduktion oder der vom Internet und Computer abhängigen Büroarbeit. Strom ist schlicht unverzichtbar für eine moderne Gesellschaft.

Dementsprechend wird Strom ständig transportiert. Und zwar in einem Netzsystem – ähnlich einem Strassennetz –, das sich um uns herum befindet. So dass er jederzeit aus der Steckdose fliessen kann, wenn er gebraucht wird.

Von der Erzeugung zur Verteilung

Erzeugt wird der Strom häufig in Kraftwerken. Nimmt man als Beispiel die Wasserkraft – die wichtigste Energiequelle der Schweiz – wird vereinfacht gesagt, die Energie des fliessenden Wassers genutzt, um Turbinen in Bewegung zu setzen, welche mittels Drehkraft die Energie in elekrtische Leistung, also Strom, umwandeln. Erst mal erzeugt und ins Netz eingespeist, kann die Reise des Stroms bis zur Steckdose beginnen.

Von der Produktion über die Verteilung bis hin zum Verbrauch. Auf verschiedenen Ebenen findet der erzeugte Strom den Zugang zum Netz.

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Unterwegs führt der Weg über verschiedene Übertragungs- und Verteilnetze. Man spricht von verschiedenen Netzebenen, die durch unterschiedliche Spannungen oder Transportkapazitäten definiert sind. Die Netzleitungen befinden sich überirdisch (Freileitungen) oder liegen unter der Erde (Kabelnetze). Das Schweizer Stromnetz setzt sich insgesamt aus über 250 000 Kilometer Leitungen zusammen. Je niedriger die Spannung, desto mehr Erdkabelleitungen gibt es. Mit zunehmender Spannung steigt die Komplexität des Netzbaus und -betriebs erheblich.

Um auf den häufig verwendeten Vergleich des Strassennetzes zurückzukommen: Wie auch beim Autofahren die eigene Haustür nicht direkt mit der Autobahn verknüpft ist, ist auch der Haushalt nicht direkt an das Höchstspannungsnetz angeschlossen. So benötigt es Ausfahrten und Kreuzungen oder im Stromjargon ausgedrückt: Unterwerke und Transformatoren.

Die verschiedenen Netzebenen

Sieben Netzebenen kennzeichnen das Schweizer Stromnetz. Zwischen den vier Netzen der Höchst-, Hoch-, Mittel- und Niederspannung liegen drei Transformatorenebenen (Ebene 2, 4 und 6). In Unterwerken, auch Unter- oder Schaltstationen genannt, werden die Spannungsebenen miteinander verbunden. Dort befindet sich jeweils auch der Transformator, welcher beispielsweise die Höchstspannung zu Hochspannung umwandelt.

Die vier Spannungsebenen im Vergleich:

  • Höchstspannung / Übertragungsnetz (Netzebene 1)
    Auf dieser Netzebene wird der Strom der grossen Kraftwerke sowie der Strom aus dem Ausland aufgenommen und näher zu den Verbrauchern transportiert. Dieses Netz ist für weite Strecken vorgesehen und beträgt eine hohe Spannung, in der Schweiz von 380 kV bzw. 220 kV. Es sind die Autobahnen des Stromnetzes.
  • Hochspannung / Überregionales Verteilnetz (Netzebene 3)
    Im Hochspannungsbereich von > 36 kV - 150 kV wird der Strom nun verteilt. Um die überregionale Energieversorgung zu gewährleisten, werden auf dieser Ebene kantonale, regionale, städtische Verteilnetzbetreiber und auch grosse Industrieanlagen bedient. Hier fährt der Strom auf Bundes- und Kantonsstrassen.
  • Mittelspannung / Regionales Verteilnetz (Netzebene 5)
    Über die Mittelspannung mit 1 kV - 36 kV werden Stadtteile, Dörfer sowie kleine und mittlere Industriebetriebe versorgt. Der Strom bewegt sich nun auf den Strassen zwischen Gemeinden oder Hauptstrassen in Städten.
  • Niederspannung / Lokales Verteilnetz (Netzebene 7)
    Schliesslich kommt der Strom bei Haushalten aber auch in der Landwirtschaft und Gewerbebetrieben mit einer Niederspannung von < 1 kV an. Dieses Netz ist in der Schweiz grösstenteils unsichtbar, weil es im Boden verlegt ist. Nun ist der Strom am Ziel angekommen – der Konsument kann ihn direkt von der Steckdose nutzen. Über die Quartierstrasse hinweg hat er die eigenen vier Wände erreicht.
Axpo unterhält in der Schweiz eine eigene Netzinfrastruktur und verbindet mit ihren Verteilnetzen das Übertragungsnetz der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid mit den Verteilnetzen der Kunden.

Für Axpo ist die Balance entscheidend

Von der Netzleitstelle in Baden aus stellt Axpo den Betrieb ihres Netzes und ihrer Kraftwerke sicher – und das zu jeder Zeit, 365 Tage im Jahr. Die komplexe Netzstruktur erfordert ein grosses Mass an Know-how um Stabilität und Zuverlässigkeit sicherzustellen. Zudem muss sie sich stets neuen Anforderungen anpassen. Denn so einfach wie Autofahren, nämlich um von Punkt A nach Punkt B zu gelangen, verhält sich der Strom nicht.

Zumal der Strom nicht nur auf der ersten Ebene eingespiesen wird, sondern auch auf weiteren Ebenen Zugang zum Netz findet. Hier spielen überwiegend die erneuerbaren Energiequellen (Windkraft, Wasserkraft, Biomasse, etc.) eine zunehmend wichtigere Rolle. In der Schweiz stammen rund 60 Prozent der Stromproduktion aus Wasserkraft. Auch die Produktion im Ausland und der europaweite Energiehandel sorgen für  Herausforderungen. Es geht also nicht darum, möglichst viel Strom zu erzeugen und in die Netze zu speisen, sondern eine Balance zwischen Produktion und Verbrauch zu finden. 

Zum Versorgungsgebiet der Axpo gehört die gesamte Nordostschweiz, das Fürstentum Liechtenstein sowie Teile der Kantone Schwyz, Zug, Graubünden und Wallis – ein Gebiet mit drei Millionen Einwohnern. Die Netzinfrastruktur von Axpo deckt mit ihren überregionalen Verteilnetzen vor allem die Hochspannung  ab. So ist man einerseits über die eigenen Verteilnetze mit dem Übertragungsnetz der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid, am anderen Ende aber auch mit den Verteilnetzen der Abnehmer, sprich kantonalen und regionalen Elektrizitätsfirmen verbunden.

Vielleicht lohnt es sich beim nächsten Weitblick in die Natur die Masten in einem neuen Blickwinkel zu betrachten und ihre wichtige Rolle im Alltag zu schätzen. Sie hätten es verdient.

Hinweis: SRF mySchool erklärt, was Strom ist. 

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