Foto: Hervé Le Cunnf / Schweizer Illustrierte (SI)
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Umwege ins Glück

Albian Ajeti – ein Supertalent, das nur spielen möchte

„Supertalent" oder „Einer mit Zukunft!" Das sind die Synonyme für den Axpo Rookie Nummer vier - Albian Ajeti. Der Basler landete via Augsburg beim FC St. Gallen und schiesst dort am Laufmeter Tore. Mit noch härterer Arbeit möchte das Talent sein sportliches Ziel innert fünf Jahren erreichen. Welches das ist, lest ihr hier.

Manchmal braucht es einen Umweg, um schneller vorwärtszukommen. Albian Ajeti hat das schon einmal erfahren. Als kleiner Bub will er mit Zwillingsbruder Adonis ins Karate. „Wir merkten aber schnell, dass wir zu viel Energie für diesen Sport haben. Also gingen wir ins Fussball zu Concordia Basel – und von da an war der Fall klar", erzählt der Axpo Rookie der Monate Februar und März. Von „Congeli" gehts zum FC Basel, wo auch der vier Jahre ältere Bruder Arlind (heute Torino/ Serie A) spielt. Bald kommt eine Einladung zum Probetraining des FC Barcelona. Auch aus familiären Gründen lehnen sie damals ab. Mit 16 werden sie Profi in Basel. Zudem spielt Albian in allen Schweizer Nationalmannschaften mit dem jeweils älteren Jahrgang. Mit 18 drängt er bei den FCB-Profis auf regelmässige Einsätze. Doch hier ist er hinter Embolo und Janko die Nummer drei. Ajeti fehlte die Perspektive. Und als während der Verhandlungen bekannt wird, dass mit Andraž Šporar ein weiterer junger Stürmer verpflichtet wird, „war das wie ein Schlag ins Gesicht", erinnert sich Ajeti. Er geht zum FC Augsburg.

Im März 2016 gibt er mit 19 Jahren und 15 Tagen als jüngster Schweizer sein Bundesliga-Debüt gegen Darmstadt. Doch bei diesen 36 Minuten bleibt es bis Saisonende. „Einerseits erhielt ich überall Lob – Supertalent, ein Topstürmer für die Zukunft und so weiter. Aber das bringt mir nichts, wenn ich nicht spiele." Im August wechselt er deshalb leihweise zum Tabellenletzten FC St. Gallen – und schlägt voll ein! In 19 Spielen erzielt er 9 Tore und trägt damit zum Aufschwung bei den Ostschweizern bei, die nun Fünfter sind. Grossen Anteil an seinem Erfolg habe jedoch auch Rückkehrer Tranquillo Barnetta, lobt Ajeti: „Allein seine Präsenz machte uns stärker. Er ist eine echte Leaderfigur." Auch der langjährige Bundesligaprofi Sejad Salihovic (Berlin, Hoffenheim) habe sich gesteigert. Heute weiss Ajeti: „Der Wechsel zu St. Gallen war der wichtigste Schritt meiner Karriere." Albian Ajeti fühlt sich in St. Gallen so wohl, dass er im Herbst frühzeitig auf eine Verlängerung der Ausleihe drängte. Er könne sich sogar vorstellen, noch über den Sommer hinaus zu bleiben, beteuert „Albi". Doch er hat in Augsburg bis 2020 einen Vertrag: „Wir werden vor Saisonende die Situation neu beurteilen."

Trotz allem: Sein Fernziel hat Ajeti nicht aus den Augen verloren. „In fünf Jahren möchte ich in einer europäischen Spitzenmannschaft spielen, die international dabei ist. Und ich möchte nicht einfach nur Mitläufer, sondern eine Teamstütze sein. Ich werde weiter hart arbeiten. Wenn ich verletzungsfrei bleibe, kann aus mir ein richtig guter Stürmer werden", erklärt er selbstbewusst. Dass er bereit ist, Umwege zu gehen, hat er ja bewiesen.

Foto: Hervé Le Cunnf / Schweizer Illustrierte (SI)

Axpo Rookie

Axpo und die Schweizer Illustrierte küren im Verlauf der Schweizer Fussball-Saison 2016/17 insgesamt fünfmal den "Axpo Rookie". Die grössten Entdeckungen und Versprechen für die Zukunft, welche den Durchbruch in der höchsten Liga noch nicht geschafft haben, stehen im Fokus der Evaluation. Am Ende der Saison werden aus den fünf Axpo Rookies der Axpo Rookie der Saison 2016/17 gewählt. Die Jury besteht aus fünf Experten aus dem Bereich Fussball und Sportpresse:

  • Raphael Wicky, Ex-Natispieler und SRF-Experte
  • Stéphane Chapuisat, Ex-Natispieler
  • Stefan Huber, Ehemaliger Nati-Goalie
  • Rainer Maria Salzgeber, Moderator SRF
  • Felix Bingesser, Chefredaktor Sport bei „Blick"

Mehr Informationen zum Axpo Rookie gibt es auf unserer Website.

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