(Foto: FC Basel 1893)
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Basel mag den kleinen König

Manuel Akanji – das Abwehr-Talent mit dem Torriecher

Sein Name ist exotisch, seine Tattoos sind tiefgründig, sein Talent riesig: FCB-Verteidiger Manuel Obafemi Akanji, 21, ist der Axpo Rookie der Monate April/Mai.

Der Körper von Manuel Akanji verrät viel über den Menschen. Die Augen, die die Unbeschwertheit eines 21-Jährigen ausstrahlen. Das verschmitzte Lächeln von einem, der gerade auf dem Weg steil nach oben ist. Und was hat es mit der Krone auf sich, die auf derUnterseite des linken Unterarms eintätowiert ist? Der Sohn eines Nigerianers und einer Oberwinterthurerin erklärt: «Mein zweiter Vorname Obafemi bedeutet auf Yoruba ‹Der König›.»

Auch die FCB-Fans mögen Akanji. Mit seinen 1,87 Metern ist er in diesem Frühling nicht nur ein Turm in der Abwehr des Meisterteams. Er schaltet sich auch nach vorne ein – und erzielte sogar vier Tore.
Doch auch die langen Narben am linken Knie gehören zur Geschichte des wohl talentiertesten Innenverteidigers im Schweizer Fussball. Am 5. März 2016 verletzte sich Akanji im Training schwer: vorderes Kreuzband gerissen, Meniskus angerissen – mindestens acht Monate Pause. Ein Rückschlag im dümmsten Moment, auf dem Sprung in die Stammelf. In den folgenden Monaten liess er sich ein weiteres Tattoo am Unterarm stechen: «Prove them wrong», zu Deutsch: Beweise ihnen das Gegenteil! «Es gab Leute, die nicht an mich glaubten. Und nach dem Kreuzbandriss musste ich mir manchmal anhören, dass es nicht mehr wie früher sein könnte.» Die Zweifler hat er mit dem starken Comeback in der Rückrunde 2017 eines Besseren belehrt.

Auch Nationaltrainer Vladimir Petkovic bleiben seine Leistungen nicht verborgen. Er bot den Basler provisorisch für einen Zusammenzug im Vorfeld des Tests gegen Weissrussland (9. Juni) auf. Ein strategischer Schritt, denn Manuel dürfte auch für Nigeria spielen. In der Heimat seines Vaters war er schon sechs Mal, und auf dem Oberarm zeugt ein Adler über einem Fussball von seiner Verbundenheit mit Nigeria – die Nati heisst dort Super Eagles.

Vater Abimbola spielt bis heute beim FC von Wiesendangen, wo Manuel und seine Schwestern Sarah, 24, und Michelle, 28, aufwuchsen. Sport war in der Familie wichtig. Die Kinder betrieben Leichtathletik, spielten Tennis und Fussball. Sarah hat jüngst sogar eine Frauenabteilung beim FC Winterthur aufgebaut. «Ich besuche wenn möglich ihre Spiele», sagt der «kleine» Bruder stolz: «Am Samstag ist ihr Team in die zweite Liga aufgestiegen!»

Er selbst spielte bis 2015 beim Challenge-League-Klub, ehe ihn der grosse FCB verpflichtete: «Ich konnte es kaum glauben!» In Basel schloss Manuel Akanji 2016 auch das KV ab, das er bei einer Zürcher Treuhandfirma begonnen hatte. Nun ist er Vollprofi. «Es fühlt sich sehr gut an, sich nur noch auf Fussball konzentrieren zu können», sagt er zufrieden. Doch seine Ziele steckt der Manchester-United-Fan noch höher: «Ich möchte irgendwann ins Ausland. Aber zuerst muss ich meinen Platz im Team festigen. Mein Positionsspiel und die Konzentration muss ich verbessern. » Das mögen die FCB-Fans!

Axpo Rookie

Axpo und die Schweizer Illustrierte küren im Verlauf der Schweizer Fussball-Saison 2016/17 insgesamt fünfmal den "Axpo Rookie". Die grössten Entdeckungen und Versprechen für die Zukunft, welche den Durchbruch in der höchsten Liga noch nicht geschafft haben, stehen im Fokus der Evaluation. Am Ende der Saison werden aus den fünf Axpo Rookies der Axpo Rookie der Saison 2016/17 gewählt. Die Jury besteht aus fünf Experten aus dem Bereich Fussball und Sportpresse:

  • Raphael Wicky, Ex-Natispieler und SRF-Experte
  • Stéphane Chapuisat, Ex-Natispieler
  • Stefan Huber, Ehemaliger Nati-Goalie
  • Rainer Maria Salzgeber, Moderator SRF
  • Felix Bingesser, Chefredaktor Sport bei „Blick"

Mehr Informationen zum Axpo Rookie gibt es auf unserer Website.

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