Die Vorteile liegen auf der Hand: Umweltfreundlichen Strom erhalten, der zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien stammt und selbst entscheiden, woher der Strom stammt
Energiemarkt
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Strom-Mix selber wählen

Blockchain revolutioniert den Energiehandel

Im vergangenen November lancierte Axpo mit Elblox ihre erste Blockchain-Plattform – mit Erfolg. Aus dem Pilotprojekt ist ein eigenständiges Jungunternehmen geworden, das bereits erste Expansionsschritte anvisiert.   

Im Süden des Ruhrgebiets, in Wuppertal, können seit Jahresbeginn Stromkonsumenten selber  bestimmen, von welchem lokalen Kraftwerk sie umweltfreundlich erzeugten Strom beziehen wollen, sei es von der Solaranlage des Nachbarn oder dem regionalen Flusskraftwerk. Möglich gemacht hat dies ein gemeinsames, einmaliges Pionierprojekt der Axpo und der Wuppertaler Stadtwerke.

Was drauf steht, ist auch drin 

Tal.Markt heisst die Onlineplattform, über die die Kunden des Stadtwerks Strom von dezentralen Energieproduzenten beziehen können – direkt und auf Augenhöhe. Dabei stellen sie ihren persönlichen Strommix völlig frei zusammen. Der Strom fliesst sodann direkt vom individuell gewählten Kraftwerk zum Kunden. Und: Was drauf steht, ist auch drin. Jede Kilowattstunde ist dank Blockchain-Technologie (siehe Box) einzigartig und kann daher lückenlos einem Verbraucher zugeordnet werden. Der Herkunftsnachweis ist glasklar und Doppelbuchungen sind ausgeschlossen.

Hinter der Technologie der Plattform steht Axpo. Hier wurde mit der Peer-to-Peer-Plattform Elblox das Herzstück von Tal.Markt entwickelt. 2015 startete ein kleines Team innovativer Köpfe das Projekt. Ziel: Die Digitalisierung und Dezentralisierung der Energiemärkte in neue Ideen ummünzen und neue Geschäftsfelder entwickeln. Nach nur einem Jahr wies Axpo nach, dass der Prototyp für den Stromaustausch mit echten Messdaten eingesetzt werden kann, und fand in den Wuppertaler Stadtwerken den geeigneten Partner für den Feldtest. Deutschland als Testmarkt kommt nicht von ungefähr, denn in der Schweiz können kleine Kunden im Unterschied zum restlichen Europa ihren Anbieter noch immer nicht frei wählen. 

Yves Schönenberger, CEO Elblox

Elblox ist flügge geworden

Das einstige Pilotprojekt entwickelte sich gut, so gut, dass Elblox im April in eine AG überführt worden ist – mit Axpo als Mehrheitsaktionärin. Die neue unternehmerische Freiheit will die Geschäftsleitung bestehend aus Yves Schönenberger und Mario Zoppe für die nächsten Expansionsschritte nutzen. Sie sind zwei der innovativen Köpfe, die Elblox im Schosse der Axpo auf die Beine verhalfen. «Geplant ist, die Plattform für Peer-to-Peer-Handel von Strom über die Wuppertaler Stadtgrenzen hinaus anzubieten. Zudem sind wir in fortgeschrittenen Gesprächen mit weiteren Partnern, etwa in Nord­europa, Deutschland, Österreich, Spanien und Italien», führen sie aus. Elblox peilt aber nicht nur die geografische Expansion an, sondern will auch das Angebot verbreitern, zum Beispiel mit Blockchain-basierten Lösungen für Grosskunden. 

• Echtzeit-Lastgangmessung • Bilaterale Handelsbeziehungen • Real-time Energy Settlement • Cloudbasiertes Backend • Webapp gibt Strom ein Gesicht • Transaktionen werden auf Blockchain persistiert • Überprüfbarkeit der Stromherkunft ist auf 15 Min. genau dokumentiert • Manipulationssichere Speicherung in privater Blockchain

Blockchain 

Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank und liegt allen Teilnehmern in identischer Form vor. Sie verkettet eine stetig wachsende Liste von Datensätzen («Blöcke»). Jeder Block enthält eine Art Fingerabdruck des vorhergegangenen Blocks und bestätigt somit stets die Richtigkeit früherer Blöcke. Es ist deshalb nicht möglich, Daten zu manipulieren, ohne dass dies sofort bemerkt würde. 

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